Zielbereich legale Suchtmittel

Ziel
Senkung des Anteils an Rauchern in der Bevölkerung und der alkoholbedingten Gesundheitsschäden auf Bundesdurchschnitt

Problem
Die Bedingungszusammenhänge des Konsums der Volksdrogen Alkohol und Nikotin, welche zu den erheblichen Gesundheitsschäden in der Bevölkerung führen, sind vielfältig: Einflüsse der näheren sozialen Umwelt, die Konsum- und Wertehaltung der Gesellschaft, die Durchsetzung gesellschaftlicher Normen, individuelle Faktoren, aber auch Preis und Zugriffsnähe haben ihren Einfluss auf die Ausgestaltung von Konsumhaltungen, Suchtentwicklungen und damit neben dem Einfluss auf das Ausmaß individuellen Leidens auch auf die damit verbundenen gesellschaftlichen Folgekosten. Die Wirkung der einzuleitenden Maßnahmen wird sich kaum in direkten Kausallinien messen lassen wie beispielsweise beim Impfen. Mit der erwarteten demografischen Entwicklung der nächsten Jahre rückt möglicherweise das Erreichen des Gesundheitszieles noch ein bisschen weiter in die Zukunft. Ziel der abgebildeten Maßnahmen kann daher vor allem die qualitative Einflussnahme auf relevante Settings (Schule, Jugendhilfe z.B.), die Qualifizierung von Personal in den Settings, die möglichst frühzeitige Intervention bei Suchtmittelkonsum (z.B. in der ärztlichen Praxis oder im Krankenhaus) sowie die Optimierung der Verknüpfung der Hilfen sein. Die messbaren Effekte solcher Maßnahmen werden sich eher mittel- bis langfristig abbilden.

Ursachen
  • früher Konsum von Suchtmitteln bei Kindern und Jugendlichen
  • hohe Akzeptanz von Suchtmitteln insbesondere der Alltagsdrogen Alkohol und Nikotin
  • hohe Verfügbarkeit der Suchtmittel
  • unzureichende Durchsetzung gesetzlicher Normen wie z.B. des Jugendschutzgesetzes
  • erlaubter Konsum von Alkohol bis 0,5 Promille bei der Teilnahme am Straßenverkehr
  • Suchtmittelwerbung
  • Unterschätzung und Verdrängung der Gesundheitsrisiken
  • mangelndes Wissen
  • mangelnde Selbsteinschätzung
  • vielfältige Problemlagen insbesondere in Folge hoher Arbeitslosigkeit
  • unzureichende Alternativen zum Alkohol in Gaststätten


Teilziele
  • unzureichende Erhöhung des Wissens über Sucht u. die gesundheitlichen Wirkungen von insbesondere Alkohol und Rauchen
  • Verbesserung der Aus-, Fort- und Weiterbildung
  • Verringerung des Konsum- bzw. Vermeidung des individuellen Suchtverhaltens sowie Verringerung alkoholbedingter Unfälle im Straßenverkehr
  • Verbesserung struktureller Rahmenbedingungen für die Prävention substanzbezogener Störungen/Suchtprävention
  • Verbesserung der Datenlage
  • Information und Aufklärung der Bevölkerung
  • Imagewandel in der Bevölkerung zu gesundheitsbewussten Konsumformen und -mustern bei Alkohol und Nikotin


Sucht und psychische Gesundheit

Für den Zielbereich legale Suchtmittel hatte die psychische Gesundheit seit jeher zentrale Bedeutung. Konzeptionell werden vor allem Faktoren wie Stärkung des Selbstvertrauens und des Selbstwertgefühls sowie die Konflikt- und Kommunikationsfähigkeit gefördert, die den Missbrauch legaler Suchtmittel, insbesondere im Kindes- und Jugendalter vermeiden und im Erwachsenenalter einen verantwortungsvollen Umgang ermöglichen können.

Sowohl der Arbeitskreis legale Suchtmittel als auch neue Modellprojekte im Suchtbereich werden die seelische Gesundheit als einen Schwerpunkt ihrer Arbeit weiterhin berücksichtigen.


Zielgruppen
  • Kinder und Jugendliche
  • Arbeitnehmer und Arbeitgeber
  • Senioren


Messgrößen
  • Erhebungen zum Gebrauch von Suchtmitteln
  • Konsumstatistik
  • Analyse der Sterbefälle
  • Verkehrsunfallstatistik
  • Parameter der Gesundheitsberichterstattung
  • Relevante Daten der Kranken- u. Rentenversicherung


Denkbare Maßnahmen
  • 13 zielgruppenspezifische Modellprojekte
  • landesweite Aktionen
  • Frühintervention im Setting
  • Ausbau regionaler Suchtpräventionsnetzwerke
  • ausreichende Entwöhnungsmaßnahmen und Verbesserung der Nachsorge
  • Entwicklung zielgruppenspezifischer Suchtpräventionsprogramme
  • Erhebung und Zusammenführung von Daten
  • Fort- und Weiterbildung
  • Strukturverbesserungen
  • Schaffung besserer gesetzlicher Grundlagen
  • Öffentlichkeitsarbeit


Beteiligte
  • Apothekerkammer
  • Ärztekammer
  • Hochschulen
  • Kassenärztliche Vereinigung
  • Krankenkassen
  • Landesjugendamt
  • Landeskriminalamt
  • Landesstelle für Suchtfragen
  • Landesvereinigung für Gesundheit Sachsen-Anhalt e.V.
  • Ministerien (insbesondere Ministerium für Arbeit und Soziales, Kultusministerium, Ministerium für Inneres und Sport)
  • Öffentlicher Gesundheitsdienst
  • Rehabilitationseinrichtungen
  • Rentenversicherungsträger
  • Überörtlichen Trägers der Sozialhilfe im Land Sachsen-Anhalt
  • Verbände der LIGA der Freien Wohlfahrts- pflege im Land Sachsen-Anhalt e. V.

Bei Bedarf:
  • Berufsgenossenschaften
  • Berufsverbände (Ärzte, Hebammen, usw.)
  • Handwerkskammer
  • Industrie- und Handelskammer


Datenlagen/Ergebnisse
Gesundheitsberichterstattung Sachsen-Anhalt