Soziale Städte
"Seit den 1990er-Jahren lassen sich Tendenzen zunehmender Segregation mit der Folge einer fortschreitenden sozialen und stadträumlichen Fragmentierung beobachten. Auslöser waren und sind wirtschaftliche und politische Restrukturierungsprozesse, die – stark verkürzt – mit den Stichworten Globalisierung, Deindustrialisierung, Bedeutungszunahme von Informationstechnik und wissensbasierten Dienstleistungsbranchen sowie Deregulierung umrissen werden können. Zu den Folgen dieses Strukturwandels gehören verstärkte Spaltungstendenzen der Gesellschaft in Bezug auf Arbeitsmarktzugang und Beschäftigung, Einkommen, Konsummuster und Lebensstile." heißt es auf der Internetweite der Sozialen Stadt.Vor diesem Hintergrund rief die ARGEBAU - heute Bauministerkonferenz - Ende 1996 die „Gemeinschaftsinitiative Soziale Stadt“ ins Leben. Ziel war die Erprobung integrierter Ansätze zur Entwicklung benachteiligter Stadtteile. 1999 wurde dann das Bund-Länder-Programm "Soziale Stadt" gestartet.
Die Arbeit an der Sozialen Stadt begann deutschlandweit in 161 Stadtteilen in 124 Gemeinden. Heute sind im Soziale Stadt Netzwerk 523 Gebiete in 326 Gemeinden (Stand 2008) engagiert. In Sachsen-Anhalt sind 17 Programmgebiete beteiligt. Seit 2008 arbeiten Gesunde und Soziale Städte in Sachsen-Anhalt begleitet von der LVG zusammen. Unter dem Motto "Mehr Gesundheit in die Stadt" wurden Maßnahmen der Gesundheitsförderung in ausgewählten Programmgebieten gemeinsam initiiert, regelmäßig treffen sich die Akteure zum Erfahrungsaustausch und gute Praismodelle werden nachgenutzt.
Nähere Informationen zu Sozialen Städten finden Sie hier
Übersicht der beteiligten Gebiete in Sachsen-Anhalt
| Stadt | `99 | `00 | `01 | `02 | `03 | `04 | `05 | `06 | `07 | `08 | `09 | |
| Bernburg, Innenstadt | — | — | — | — | — | — | — | — | ♦ | ◊ | * | |
| Bitterfeld-Wolfen, Wolfen-Nord | ♦ | ♦ | ♦ | ♦ | ♦ | ◊ | ◊ | ♦ | ♦ | ♦ | * | |
| Dessau-Roßlau, Innenstadt | — | — | — | — | — | — | — | — | ♦ | ♦ | * | |
| Dessau-Roßlau, Zoberg | ♦ | ♦ | ♦ | ♦ | ♦ | ◊ | ◊ | ◊ | ◊ | ◊ | * | |
| Halberstadt, Richard-Wagener-Straße | ♦ | ♦ | ♦ | ♦ | ♦ | ◊ | ◊ | ♦ | ♦ | ♦ | * | |
| Halle, Neustadt | ♦ | ♦ | ♦ | ♦ | ♦ | ◊ | ◊ | ♦ | ◊ | ♦ | * | |
| Halle, Silberhöhe | ♦ | ♦ | ♦ | ♦ | ♦ | ◊ | ◊ | ◊ | ◊ | ◊ | * | |
| Magdeburg, Kannenstieg/ Neustädter See | — | — | — | ♦ | ♦ | ◊ | ◊ | ♦ | ♦ | ♦ | * | |
| Magdeburg, Neu Olvenstedt | — | — | — | — | ♦ | ◊ | ◊ | ◊ | ◊ | ◊ | * | |
| Magdeburg, Neustädter Feld | ♦ | ♦ | ♦ | ♦ | ♦ | ◊ | ◊ | ♦ | ♦ | ♦ | * | |
| Magdeburg, SüdOst | — | — | — | — | — | — | — | ♦ | ♦ | ♦ | * | |
| Mansfeld, Leimbach | — | — | — | — | — | — | — | — | ♦ | ♦ | * | |
| Merseburg, Innenstadt | — | — | — | — | — | — | — | — | ♦ | ◊ | * | |
| Sangerhausen, Othaler Weg | ♦ | ◊ | ◊ | ◊ | ◊ | ◊ | ◊ | ◊ | ◊ | ♦ | * | |
| Stendal, Stadtweg | ♦ | ♦ | ♦ | ♦ | ♦ | ◊ | ◊ | ♦ | ♦ | ♦ | * | |
| Weißenfels, Mitte | — | — | — | — | — | — | — | — | ♦ | ♦ | * | |
| Wittenberg/ Lutherstadt Trajnuscher Bach/ Lerchenberg | ♦ | ♦ | ♦ | ♦ | ♦ | ◊ | ◊ | ♦ | ♦ | ♦ | * | |
Legende:
♦ aktive Teilnahme
◊ ruhende Teilnahme
— keine Teilnahme
* Anmerkung zu den Programmgebieten 2009
Die Programmgebiete der Sozialen Stadt werden, wie die Sanierungsgebiete auch, jedes Jahr von den Ländern neu festgelegt und in einem sog. Landesprogramm zusammengefasst. Dabei wird in der Regel auf Kontinuität geachtet, so dass im Normalfall eine Weiterfinanzierung einmal aufgenommener Gebiete erfolgt, sofern sie nicht "ausfinanziert" sind oder werden. In einer ebenfalls jährlich abzuschließenden Verwaltungsvereinbarung nach Art. 104 a Abs. 4 GG zwischen dem Bund und allen Ländern wird auf der Basis der Länderauswahl das von Bund und Ländern gemeinsam finanzierte "Bundesprogramm" aufgestellt, in das in aller Regel sämtliche von den Ländern hierfür angemeldeten Gebiete aufgenommen werden. Die Verwaltungsvereinbarung enthält inhaltliche Anforderungen an die Maßnahmen in den aufgenommenen Gebieten sowie Förderhöhe, -gegenstände und -modalitäten und legt den Schlüssel für die Verteilung der Bundesmittel auf die Länder fest. Hier liegt vor allem in dem Verteilerschlüssel für die Gebiete der Sozialen Stadt ein zentraler Verhandlungspunkt, weil hier über die für die Verteilung der Städtebauförderungsmittel im übrigen maßgeblichen Komponenten Bevölkerung und Wohnungen hinaus eine sozial ausgerichtete Komponente für die Mittelverteilung hinzugefügt wird. Die Verwaltungsvereinbarung kommt zustande, wenn das letzte Bundesland sie unterzeichnet (oder sonst akzeptiert) hat. Dies kann, wie z.B. 1999, durchaus bis in den September des Jahres hinein dauern, für das die Verwaltungsvereinbarung abgeschlossen wird.
Quelle www.sozialestadt.de
